Byton Elektro-SUV: Autonom, vernetzt, bezahlbar

Für viele war er das Highlight der CES 2018: Byton, der Elekro-SUV aus China. Sowohl im Vorfeld als auch auf der Messe selbst war der Name „Byton“ überall präsent. Wer nun allerdings einen pompösen Stand erwartet hat, wurde enttäuscht. Die Chinesen gaben sich bescheiden: eine Drehscheibe auf der das Elektroauto abgeschirmt von den Besuchern bestaunt werden konnte, eine Display-Wand auf der ein Image-Film gezeigt wurde, das war’s. Understatement pur.

byton-2

„Unsere Wettbewerber sehen wir bei den großen deutschen Premium-Herstellern Mercedes, BMW und Audi“, ließ Byton-Chef Carsten Breitfeld, der ehemals eine Führungsposition bei BMW inne hatte, in Las Vegas verlauten. Das klingt auf den ersten Blick nicht ganz so bescheiden, ist aber wichtig, um das Unternehmen von Anfang an ins rechte Licht zu rücken: Byton ist keine „Billig-Marke“ aus China, sondern Premium.

byton-1

Byton-SUV: Bis zu 520 Kilometer Reichweite, 1,25 Meter Display

Laut Byton soll der Elektro-SUV zum Marktstart in China im Jahr 2019 in zwei Varianten verfügbar sein: Mit Hinterradantrieb, einer 71-kWh-Batterie und 400 Kilometern Reichweite oder mit Allradantrieb, einer 95 kWh-Batterie und 520 Kilometern Reichweite. Letztere wird von zwei Motoren mit einer Leistung von insgesamt 350 kW (710 NM Drehmoment) angetrieben. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang, dass Byton zwar den Antriebsstrang und die Akkuzellen zukauft, die Batteriepacks als Schlüsseltechnologie der E-Mobility aber selbst entwickelt.

byton-3

Das Fahrzeug ist also ein 4,85 Meter langer Elektro-SUV im Coupé-Design, der etwas mehr als 500 Kilometer schafft und sich im Schnelllade-Modus binnen 30 Minuten auf 80 Prozent laden lässt. Das allein reicht im Jahr 2018 freilich nicht aus, um für Furore zu sorgen. Aus diesem Grund hat das Byton-Team, das unter anderem aus ehemaligen Spitzenkräften von BMW, Audi, Tesla, Apple und Google besteht, in das Cockpit des SUV ein 1,25 Meter breites und 25 Zentimeter hohes Display integriert.

byton-4

„Shared Experience Display“ nennt sich das Ganze. Das Display lässt sich in drei Bereiche unterteilen, so dass beispielsweise der Fahrer auf seiner Seite Geschwindigkeit, Akkuladung und Navigation angezeigt bekommt, der Beifahrer hingegen Zugriff auf die Entertainment-Anwendungen (Videos, Musik, Fotos) hat. Um für ein möglichst ablenkungsfreies Fahrerlebnis zu sorgen, hat Byton zudem Amazons intelligenten Sprachassistenten Alexa integriert.

Ohnehin mangelt es dem Premium-SUV nicht an Gimmicks: Sobald man einsteigt, wird der Fahrer über eine Gesichtserkennung mit künstlicher Intelligenz identifiziert. Auf diese Weise kann das Fahrzeug automatisch die personalisierten Einstellungen (Sitzposition, Temperatur, etc.) laden. Natürlich bietet der SUV auch assistiertes Fahren (Level 3) und soll nach 2020 sogar autonom unterwegs sein (Level 4). Die Nachrüstung soll per Software-Update und Sensor-Tausch möglich sein.

Der Byton soll ab 37.500 Euro zu haben sein

Wenn man sich die Größe des Fahrzeugs, die Reichweite und die technischen Spielereien so anschaut, könnte man zu dem Schluss kommen, dass es sich bei Byton nur um ein weiteres unbezahlbares Elektroauto handelt. Doch weit gefehlt! Während Tesla, Audi und BMW sich auf Luxus-Elektroautos jenseits der 100.000 Euro konzentrieren, soll der Byton Elektro-SUV bereits ab 37.500 Euro in Europa zu haben sein.

byton-5

In der Praxis dürfte sich die Version mit 520 Kilometern Reichweite und großem Ausstattungspaket dann irgendwo zwischen 50.000 und 70.000 Euro bewegen. Das ist zwar immer noch jede Menge Geld, für den Otto Normalverbraucher aber deutlich greifbarer als ein Tesla X für 140.000 Euro. Und genau das macht Byton so spannend. Das Start-up konzentriert sich auf das Erlebnis Elektromobilität und möchte dieses einer breiten Masse zugänglich machen. Byton wirbt erst gar nicht mit absurden Beschleunigungszeiten oder gigantischen Reichweiten. Stattdessen steht die Technologie im Mittelpunkt.

byton-6

Das chinesische Unternehmen ist übrigens global aufgestellt: Konzipiert wird das Fahrzeug in München, produziert wird in China und die Technik zum autonomen Fahren kommt aus dem Silicon Valley. Jetzt muss Byton nur noch den Sprung vom Prototyp zur Serienfertigung schaffen.

The post Byton Elektro-SUV: Autonom, vernetzt, bezahlbar appeared first on R+V24 Magazin.

Advertisements

Die automobilen Highlights der CES 2018 – Teil 1

Auf der CES 2018 wurde in diesem Jahr eines klar: Auch auf der Consumer Eletronic Show, ist das Automobil ein kleiner Star. Anziehungspunkt für die Massen mit Technologien, Visionen und Ideen für alle Klassen. Wir haben die neusten Trends der CES 2018 – für den automobilen Bereich – nun einfach mal zusammengefasst:

Autonomes Fahren

Volkswagen und Hyundai sind z.B. mit Aurora Innovation, laut den beiden Herstellern, das führende Unternehmen für die Technologie des autonomen Fahrens eine Partnerschaft eingegangen. Hyundai plant bis zum Jahre 2021 autonome Fahrzeuge auf die Straße zu bringen, die unter bestimmten Voraussetzungen (nicht näher beschrieben) alleine und ohne Überwachung vom Fahrer die Fahraufgabe übernehmen können. Dieses hochautomatisierte Fahren wird uns in den nächsten Jahren in vielen Assistenzsystemen begleiten.

Demnächst autonom unterwegs? Volkswagen und Hyundai haben sich starke Partner gesucht!

Demnächst autonom unterwegs? Volkswagen und Hyundai haben sich starke Partner gesucht!

Infotainment

„Wir räumen im Cockpit auf. Je komplexer die Technik in modernen Fahrzeugen, umso einfacher und intuitiver muss die Bedienung sein!“ hört man Dr. Steffen Berns (Vorsitzender des Bereichsvorstands von Bosch Car Multimedia) sagen und damit hat er recht. Je einfacher die Bedienung ist, umso höher ist die Sicherheit für alle Beteiligten. Aus dem Grund arbeiten scheinbar auch alle Hersteller an intelligenten Infotainmentsystemen, an Sprachbedienungen die auf natürliche Ansprachen reagieren können und reduzieren die Ablenkung vom Fahrer.

Die Infotainmentsysteme sollen aufgeräumter werden - der Innenraum auch!

Die Infotainmentsysteme sollen aufgeräumter werden – der Innenraum auch!

Mercedes-Benz z.B. hat das neue MBUX vorgestellt. Die User Experience soll beim neuen Infotainmentsystem, welches in der kommenden A-Klasse (W177) Premiere feiern wird, im Vordergrund stehen. Das neue System bringt einen Sprachassistenten mit, der natürliche Aussagen wie „mir ist kalt“ versteht und anschließend die Klimaeinstellung ändert. Möglich wird dieses durch
Nvidia-Chips, die vorher in Spielekonsolen für Höchstleistungen gesorgt haben.

Das neue MBUX Infotainmentsystem mit neuem Sprachassistenten feiert in der A-Klasse Premiere!

Das neue MBUX Infotainmentsystem mit neuem Sprachassistenten feiert in der A-Klasse Premiere!

Mehr Rechenleistung brauchen vermutlich auch die neuen Anzeigenkonzepte, die allerdings insgesamt darauf ausgelegt sind, den Fahrer mit dem notwendigen Informationen zur richtigen Zeit zu informieren um die Ablenkungszeit zu reduzieren.

"Hey Mercedes" - der neue Sprachassistent!

„Hey Mercedes“ – der neue Sprachassistent!

Volkswagen will einen perfekten Co-Piloten ins Auto bringen, eine künstliche Intelligenz, die selbstständig (nicht nur aus Fehlern) lernt und neben der Sprach- und Gestenbedienung auch über eine Gesichtserkennung verfügen soll. Bald schon wird K.I.T.T. also das sprechende Auto aus Knight Rider Realität.

Elektromobilität

Auf dem Stand von Kia konnte man den Kia Niro EV entdecken, noch eine Studie aber die Werte klingen schon ganz realisitisch. Der Elektro-Kompaktwagen wird in der Studie durch einen 150 kW starken Elektromotor angetrieben. Die Energie dafür wird von einer 64 kWh großen Lithium-Polymer Batterie zur Verfügung gestellt. Bei der Reichweite spricht man von 383 Kilometern und das sind ja durchaus Werte mit denen man arbeiten kann.

Kia Niro EV - es folgen viele weitere Elektrofahrzeuge!

Kia Niro EV – es folgen viele weitere Elektrofahrzeuge!

Bis zum Jahre 2025 möchte der VW Konzern über 20 rein elektrische Fahrzeuge der Marke Volkswagen auf die Straße bringen. Auch bei den anderen Herstellern gibt man derzeitig Vollgas, fehlt eigentlich nur noch die passende Ladeinfrastruktur, oder?

Medien-Freund: Der neue Byton SUV - noch ein Concept!

Medien-Freund: Der neue Byton SUV – noch ein Concept!

Es gab aber auch neue Hersteller bzw. Marken auf der CES 2018 zu sehen. Normalerweise sind das oft Eintagsfliegen, die machen einen Auftritt und man sieht sie später nie wieder, bzw. mit einem veränderten Line up! Dieses Mal könnte es aber anders sein, denn die Marke Byton stammt von FMC (Future Mobility) – einem Startup aus China hinter dem durchaus große Investoren wie z.B. Foxconn stecken. Design und Konzept aus Deutschland, Elektronik aus den USA und die Produktion in China. Das klingt eigentlich ganz spannend, genauso wie der Ausblick darauf, dass dieses elektrisch angetriebene SUV mit einem Wide-Screen-Monitor im Innenraum ab 45.000 US Dollar zu haben sein soll und eine Reichweite von 400 Kilometern schaffen müsste. Mit einer größeren Batterie sollen sogar über 500 Kilometer möglich sein. Hoffentlich ergeht es Byton nicht so wie Fisker oder Faraday Future.

Keine Tasten - sondern nur noch ein großes Display. Selbst im Lenkrad, der Airbag dürfte dahinter sein.

Keine Tasten – sondern nur noch ein großes Display. Selbst im Lenkrad, der Airbag dürfte dahinter sein.

Sonstige Ideen

Kia z.B. hat eine Idee, die mir als Familienvater von zwei Kindern besonders gut gefällt. Eine Art Noise Cancelling System fürs Auto. So könnten die Kinder in der Zukunft auf der Rücksitzbank Hörspiele hören, während man vorne Nachrichten oder Musik hört. Realisiert werden soll das durch ein Noise Cancelling System, welches man von Kopfhörern kennen dürfte und einem 2-Zonen Soundsystem. Ob das System wirklich in die Serie kommt steht derzeitig noch in den Sternen, aber es wäre sicherlich nicht nur für Familienväter oder Mütter von Interesse.

2-Zonen Soundsystem? Noise Cancelling im Auto? Der Traum für Familien?!

2-Zonen Soundsystem? Noise Cancelling im Auto? Der Traum für Familien?!

Nissan forscht in Sachen „Brain 2 Car Communication“, man versucht die Hirnströmungen zu lesen und zu deuten. Denkt der Fahrer daran, dass er gleich Bremsen will, kann das System rechtzeitig reagieren und somit den Anhalteweg verringern. Das gilt auch für Kurvenfahrten und natürlich für Notsituationen, aber auch beim autonomen Fahrbetrieb kann das System das Wohlbefinden vom Mitfahrer analysieren und dementsprechend das autonome Fahrprogramm einstellen bzw. die Fahrdynamik verändern.

Ist das die Shopping-Zukunft?

Ist das die Shopping-Zukunft?

Toyota stellte die e-Palette vor. Ein automatisiertes Elektrofahrzeug, welches über eine offene Innenarchitektur verfügt und somit auf alle Bedürfnisse des Inhabers / Nutzer zugeschnitten werden kann. Fahrgemeinschaften, Paketzustellung, mobile und rollende Geschäfte – mit der e-Palette (die es in verschiedenen Längen geben soll) sei alles möglich.
Die CES 2018 ist immer wieder spannend und längst nicht alles was in Las Vegas passiert, bleibt auch in Las Vegas. Einiges kommt auch in Serie und wir werden dann natürlich darüber berichten.

The post Die automobilen Highlights der CES 2018 – Teil 1 appeared first on R+V24 Magazin.

2018 Mercedes-Benz X-Klasse – Fahrbericht!

Spätestens, seit Volkswagen den Amarok auf den Markt gebracht hat sind Pick-Ups auch hierzulande richtig cool. Warum sollte Mercedes also nicht auch auf diesen Zug aufspringen und einen richtig kantigen Allradler mit Pritsche produzieren? Gesagt, getan! Dank der Partnerschaft der Schwaben mit Renault-Nissan, die mit dem Nissan Navara einen beliebten Pick-Up im Programm haben, entstand die neue Mercedes-Benz X-Klasse. Und wer ganz genau hinsieht, erkennt die Partnerschaft sogar. Wir sind die X-Klasse in Chile gefahren.

Mercedes-Benz X-Klasse Fahrbericht

Mercedes-Benz X-Klasse Fahrbericht

Mercedes-Benz X-Klasse Design Check

Spätestens seit dem Volkswagen Amarok wissen auch wir Deutschen: So ein Pick-Up kann ganz schön cool sein. Und für unsere Verhältnisse wirkt ein solches Fahrzeug schon recht groß. Gar nicht auszudenken, hierzulande mit einem amerikanischen Derivat vom Schlage eines Ford F150 vorzufahren. Wie soll man ein solches Schlachtschiff bloß in der Innenstadt parken? Mon dieu?!?

Mercedes-Benz X-Klasse Design

Mercedes-Benz X-Klasse Design

Wer sich zu dieser Gattung zählt, sollte einfach zum nächsten Fahrbericht weiter klicken. Nein, auch die neue Mercedes-Benz X-Klasse passt kaum in die Innenstadt. Mit ihren 5,34 m Außenlänge, 1,92 m Breite und stattlichen 1,81 m Höhe macht das Fahren in Ballungszentren wenig Spaß. Aber darum geht es auch gar nicht. Die Rede ist hier mehr von einem Nutzfahrzeug mit Premium-Charakter.

Dass dieser Premium-Lastesel Mercedes-Optik trägt, unterstreicht nur den gehobenen Anspruch des Schwaben. Der breite Kühlergrill mit der doppelten Lamelle – ein klassischer Mercedes –  besonders mit dem großen, integrierten Stern. Hinzu gesellen sich große Scheinwerfer, die optional in Voll-LED-Technik leuchten und der Front noch mehr Ausdruck verleihen. Dieser fehlt wiederum am Heck.

Hier haben wir uns gefreut, dass die Studie der Mercedes-Benz X-Klasse nahezu unverändert auf die Straße rollen soll. Pustekuchen. Anstatt des rundum laufenden Leuchtenbands der Studie, kommen beim Serienmodell einfallslose, vertikale Rückleuchten zum Zuge. Außerdem installierte man einen massiven Stoßfänger und – nun – das war´s. Man erkennt aus dieser Sicht ganz klar den Nissan Navara. Und auch die nach hinten hin ansteigende Fensterlinie stammt direkt vom Japaner.

Aber X-Klasse ist nicht gleich X-Klasse. Der Pick-Up ist in drei Ausstattungslinien erhältlich, die klar zeigen, ob man gutes Geld in die Hand genommen hat oder eben nicht. So zeigt sich die Mercedes-Benz X-Klasse in der Ausstattung „Pure“ mit vielen unlackierten Kunststoffteilen, während „Progressive“ schon etwas ansehnlicher daherkommt. Das Topmodell hört auf den Namen “Power” und bietet neben einem Unterfahrschutz in Chrom auch Lack an allen Teilen. Ob das im rauen Gelände tatsächlich von Vorteil ist, steht auf einem anderen Blatt Papier. Noch ein paar Offroad-Werte gefällig? 22° Rampenwinkel, 49° Kippwinkel, Wattiefe 60cm, 30° Böschungswinkel vorne, 25° Böschungswinkel hinten, 22,2 cm Bodenfreiheit.

Mercedes-Benz X-Klasse Fotos

+ 5

Mercedes-Benz X-Klasse Motoren Check

Die Auswahl bei den Aggregaten des neuen Pick-Ups aus Stuttgart ist zum Marktstart recht überschaubar – es gibt nur zwei an der Zahl. Beide verfügen sogar über denselben Hubraum von 2,3 Litern und vertrauen auf vier Brennräume. Los geht es mit dem X220d, der 120 kW/163 PS leistet und 403 Nm generiert. Der Allradantrieb ist optional, serienmäßig wird die Kraft an die Hinterräder geleitet. So ausgerüstet soll sich ein Verbrauch von 7,4 Liter im Durchschnitt auf 100 km einstellen. Mit zügigen Fahrleistungen darf man indes nicht rechnen: Schaltet man die sechs Gänge der Handschaltung fleißig durch, spurtet man in 12,5 Sekunden auf 100 km/h. Ein Ende ist bei 172 km/h erreicht, während man mit dem optionalen Allradantrieb sogar noch etwas langsamer ist.

Mercedes-Benz X-Klasse Motoren

Mercedes-Benz X-Klasse Motoren

Mehr verspricht die Mercedes-Benz X-Klasse als 250d, kann die Mehrleistung aber kaum in zügigere Fahrleistungen ummünzen – sofern man zur aufpreispflichtigen 7-Gang-Automatik greift. Dann braucht der Vierzylinder mit 140 kW/190 PS und 450 Nm maximalem Drehmoment nämlich 11,8 Sekunden auf 100 km/h und findet ein Ende des Vorwärtsdrangs bei 175 km/h. Der Verbrauch soll bei durchschnittlich 7,9 Litern liegen. Entscheidet man sich für die Handschaltung mit sechs Gängen, ist man knapp eine Sekunde und zehn Stundenkilometer beim Topspeed schneller. Merke: Die Automatik raubt Temperament. Zügiger dürfte es mit dem X350d gehen: Der Sechszylinder-Diesel mit knapp 260 PS wird allerdings erst im kommenden Jahr angeboten.

Mercedes-Benz X-Klasse Innenraum Check

Wie man es von einem modernen Auto erwartet, fährt auch die Mercedes-Benz X-Klasse mit einigen Assistenzsystemen vor. Darunter fallen beispielsweise die 360-Grad-Rundumsichtkamera, der Spurhalteassistent, die Verkehrszeichenerkennung oder das LED-Licht. Leider fehlt ein Assistent im Portfolio: Ein Totwinkel-Warner. Schade, wäre gerade dieser nützlich, da die Außenspiegel nicht riesig ausfallen.

Mercedes-Benz X-Klasse Innenraum

Mercedes-Benz X-Klasse Innenraum

Kommen wir zu den Platzverhältnissen im Innenraum der Mercedes-Benz X-Klasse. Vorn sitzt man herrschaftlich hoch im Pick-Up und kann alles gut überblicken – ein angenehmes Gefühl, das zudem Sicherheit impliziert. Hier kann man es sich gut gehen lassen und für kleine wie große Fahrer eine gute Sitzposition finden. Schade nur, dass sich das Lenkrad nicht in der Tiefe verstellen lässt – ein Detail, das man von einem Fahrzeug mit Stern im Kühlergrill nicht mehr kennt. In Reihe zwei wird es, wenn man größer ist, allerdings etwas enger über dem Scheitel und den fehlenden Einklemmschutz für die elektrischen Fensterheber möchten wir auch nicht verzeihen.

Mercedes-Benz X-Klasse - Kein Einklemmschutz für die Kinderfinger!

Mercedes-Benz X-Klasse – Kein Einklemmschutz für die Kinderfinger!

Dafür passt der Qualitätseindruck – wenn man eine der hochwertigen Ausstattungen ordert. Als Pure wird es etwas karg im X-Klasse-Cockpit, während die gehobenen Lines tatsächlich einen gewissen Premium-Eindruck zum Vorschein bringen. Verantwortlich dafür sind ein Lederbezug des Armaturenbretts sowie eine Mittelkonsole mit satter Aluminium-Spange.

Mercedes-Benz X-Klasse - Die 360° Kamera macht Sinn!

Mercedes-Benz X-Klasse – Die 360° Kamera macht Sinn!

Mercedes-Benz X-Klasse Fahreindruck Check

Bevor ich euch nun erzähle wie er sich fährt, noch schnell ein paar Informationen über das Autofahren in Chile.

Es gilt die 0,3 Promille Blutalkoholgrenze, Sicherheitsgurte vorne und hinten sind vorgeschrieben, die Warnweste obligatorisch! Wie bei uns ist das nutzen des Mobiltelefons nur via Freisprecheinrichtung erlaubt und Kopfhörer – also auch Headsets zum Telefonieren – sind während der Fahrt verboten! Raucher haben es auch schwer in Chile, denn auch das Rauchen hinterm Steuer ist nicht gestattet.

Mercedes-Benz X-Klasse - In Chile fahren viele Pickups!

Mercedes-Benz X-Klasse – In Chile fahren viele Pickups!

In Santiago de Chile ändert sich die Fahrrichtung auf einigen Straßen je nach Tageszeit. Darüber hinaus gibt es in Chile keine Verkehrszeichen für Einbahnstraßen. Aus dem Grund sollte man auf alle Hinweisschilder mit Richtungspfeilen achten, manchmal sind digitale Zeichen vorhanden, welche die tatsächliche Fahrtrichtung angeben.

Auf Autobahnen darf man übrigens 120 km/h fahren in der Stadt 50 oder 60 und auf der Landstraße wie bei uns Tempo 100. Auf Hauptverkehrsstraßen muss die Maut in bar bezahlt werden, man sollte also immer ein paar chilenische Peso dabei haben. Die zieht man sich am besten vor Ort an einem Geldautomat. Niemals das Geld auf der Straße tauschen und auch die Wechselkurse am Flughafen sind nicht gerade günstig. So genug von Chile, kommen wir zurück zum Pick-Up!

In Chile braucht man noch Bargeld!

In Chile braucht man noch Bargeld!

Wie fährt sich die X-Klasse denn nun? Durchaus komfortabel! Auf den Straßen rund um Santiago de Chile zeigt er sich auch angenehm leise im Innenraum. Mercedes-Benz betont, dass sie für die komfortable Feder-Dämpfer-Abstimmung verantwortlich gewesen sind. Das Fahrzeug ist ausgestattet mit Schraubenfedern, innenbelüfteten Bremsscheiben an beiden Achsen und überzeugt mich durch seine gute Haptik. Im Innenraum entdeckt der Experte an paar Anleihen vom Spenderfahrzeug, nicht alles ist typisch Mercedes, aber allgemein gesprochen präsentiert sich das Fahrzeug-Interieur aufgeräumt und intuitiv zu bedienen. Die hydraulische Zahnstangenservolenkung lässt diejenigen die eine direkte Lenkung schätzen nun nicht gerade Freudensprünge machen, arbeitet aber sehr souverän. Die Bremsanlage lässt sich sauber dosieren und man hat nicht das Gefühl, dass diese unterdimensioniert ist. Optional gibt es eine Rückfahrkamera oder sogar eine 360° Kamera. Würde ich definitiv empfehlen.

Deutsche Schule in Chile - Deutsche Tugenden im Pickup!

Deutsche Schule in Chile – Deutsche Tugenden im Pickup!

Die X-Klasse gibt es mit einem zuschaltbaren Allradantrieb, ab Mitte 2018 soll das Fahrzeug optional auch mit einem permanenten Allradantrieb ausgeliefert werden können. Dank der 4MATIC mit Low-Range-Untersetzung und optionaler Differenzialsperre an der Hinterachse gibt es vermutlich kaum Traktionsprobleme, selbst nicht auf schwierigem Untergrund.

Der NEFZ Verbrauch liegt beim kleineren Diesel bei kombinierten 7,3-7,7 Liter. Der Diesel mit etwas mehr Leistung soll sich 7,9 Liter genehmigen.

Mercedes-Benz X-Klasse Preis Check

Wer eine Mercedes-Benz X-Klasse fahren möchte, sollte sich im klaren darüber sein sein, dass man auch einen Mercedes bezahlen muss. So startet die Mercedes-Benz X-Klasse als 220d bei knapp 37.300 Euro – ohne Allradantrieb wohlgemerkt. Greif man zum 250d mit 4MATIC, werden nicht ganz 41.800 Euro fällig. Das tut schon etwas weh. Vor allem, wenn man bedenkt, dass das Spenderfahrzeug, der Nissan Navara, bei rund 26.900 Euro für das Single-Cab beginnt.

Die X-Klasse gibt es in vielen Farben und Aufbauten!

Die X-Klasse gibt es in vielen Farben und Aufbauten!

Mercedes-Benz X-Klasse Zielgruppen Check und Fazit

Bei der Mercedes-Benz X-Klasse geht es vor allem um eines: Sehen und gesehen werden. Entsprechend gering sind die Chancen einzuschätzen den hübschen Stuttgarter in der Ausstattung „Pure“ auf einer Baustelle neben einem Lehmberg und einem Haufen Ziegelsteinen zu sehen. Nein, der Pick-Up eignet sich bestens um aufzufallen mit seiner breiten Front. Dennoch bringt er einen hohen Nutzen mit, schließlich verkraftet die Ladefläche 1,1 Tonnen Zuladung. Wer also gerne hoch sitzt, aber kein Fan der G-Klasse ist, der kann hier gerne zuschlagen. Vielleicht sollte man aber noch warten, bis der Sechszylinder-Diesel zu haben ist, damit die Fahrleistungen auch zum aufsehen erregenden Äußeren passen.

The post 2018 Mercedes-Benz X-Klasse – Fahrbericht! appeared first on R+V24 Magazin.

CES 2018 Vorschau! Das zeigen die Automobil-Hersteller und Zulieferer

Las Vegas im Januar: Die Consumer Electronic Show empfängt die Messe-Gäste, viele Ballrooms der großen Hotels verwandeln sich zu Veranstaltungsflächen und immer mehr Automobilhersteller nutzen die CES 2018 um auch ihre digitalen Fortschritte zu präsentieren. Ich lege mich soweit aus dem Fenster, dass ich behaupte, dass in einigen Jahren die CES wichtiger sein könnte als manch klassische Automobil-Messe. Dort wo einst Unterhaltungselektronik und Computer dominierten, dominieren in diesem Jahr die Automobilhersteller und Zulieferer, denn es kommen zahlreiche interessante Entwicklungen auf uns zu.

Nissan verwendet Hirnströme um die Reaktionszeiten zu verkürzen. Rinspeed zeigt ein autonom fahrendes Fahrwerk von ZF. Honda präsentiert diverse Roboter, die uns das Leben erleichtern wollen. ZF macht sich Gedanken darum wie das Lenkrad von einem autonom fahrenden Fahrzeug aussehen könnte und Mercedes-Benz spielt die Konnektivitäts-Karte aus und präsentiert das neue Infotainment-System (MBUX) welches z.B. in der neuen A-Klasse Premiere feiern wird.

ZF zeigt auf der CES 2018 das Lenkrad der Zukunft

Bevor wir uns nun Gedanken über die Reaktionszeiten machen, machen wir uns mal gemeinsam mit ZF Friedrichshafen Gedanken darüber, wie das Lenkrad in der Zukunft aussehen könnte.
Das neue Konzept von ZF ist z.B. darauf ausgelegt, per Gestensteuerung verschiedene Funktionen vom Fahrzeug auszulösen. Beispiel: Ein mal tippen = Hupe, zwei mal tippen startet die Einstellmöglichkeiten der Klimaanlage. Doch wo wird getippt? An bestimmten festgelegten Stellen am Lenkrad gibt es die Möglichkeit für Wisch- und Tippbewegungen, ganz ähnlich wie bei aktuellen Smartphones. Das mittig installierte 7″ große Display wird als Anzeige verwendet, zusätzlich gibt es ein LED-Lichtband rund um das Lenkrad, welches im autonomen Modus z.B. in blau leuchtet und bei Warnhinweisen rot wird.

CES 2018: ZF zeigt das Lenkrad der Zukunft!

CES 2018: ZF zeigt das Lenkrad der Zukunft!

Doch wo ist der Airbag? Auf die Sicherheit wird in der Zukunft natürlich nicht verzichtet. Die Ingenieure von ZF montierten den Airbag an der Rückseite des Lenkrads. Dieser könnte nun durch den Lenkradkranz hindurch ausgelöst werden, wenn man ihn in der Zukunft denn überhaupt noch benötigt.

CES 2018: Trotz 7" Display verfügt dieses Lenkrad über einen Airbag!

CES 2018: Trotz 7″ Display verfügt dieses Lenkrad über einen Airbag!

Nissan präsentiert auf der CES 2018 die Brain 2 Vehicle Communication

Nissan arbeitet an einer Methode, um die Reaktionszeiten vom Fahrer, falls er in Zukunft doch noch selbst zum Lenkrad greifen möchte, zu verbessern. Hier setzen die Japaner auf eine neue Technologie: Die Hirnströme vom Fahrer werden gemessen, dekodiert und interpretiert.

CES 2018: Nissan will Hirnströmungen messen!

CES 2018: Nissan will Hirnströmungen messen!

Das Fahrzeug weiß also bei diesem Konzept was der Fahrer als nächstes tun möchte und gerade beim Lenken oder Bremsen können hier bessere Reaktionszeiten von 0,2-0,5 Sekunden realisiert werden. Bei Tempo 100 km/h wären das ein Vorteil von bis zu 15 Metern die Leben retten könnten.

CES 2018: Nissan will den Menschen besser machen!

CES 2018: Nissan will den Menschen besser machen!

Ein spannendes Thema, aber aktuell sicherlich noch weit entfernt. Auf der CES 2018 soll man sich am Nissan Stand aber schon mal einen Eindruck von der Technologie und ihren Vorteilen verschaffen können.

CES 2018: Schnellere Reaktionszeiten dank neuen Assistenten

CES 2018: Schnellere Reaktionszeiten dank neuen Assistenten

Das MBUX Infotainmentsystem von Mercedes-Benz feiert in Las Vegas Premiere

Gar nicht so weit entfernt ist das neue Infotainment-System von Mercedes-Benz. Im Mittelpunkt steht bei den Schwaben definitiv die Weltpremiere des neuen Infotainment-Systems, welches auf dem sperrigen Namen Mercedes-Benz User Experience (MBUX abgekürzt) hören wird.

CES 2018: Mercedes-Benz präsentiert das neue MBUX Infotainmentsystem

CES 2018: Mercedes-Benz präsentiert das neue MBUX Infotainmentsystem

Laut Hersteller soll es vor allem durch eine innovative Technologie basierend auf künstlicher Intelligenz und einem intuitiven Bedienkonzept überzeugen und eine neue Ära einleiten. Die Premiere wird das MBUX in der kommenden A-Klasse feiern, welche im ersten Quartal 2018 die Weltpremiere feiern wird. Das Infotainmentsystem wird bei der Kaufentscheidung der Kunden immer wichtiger. Insofern ein richtiger Schritt der Schwaben gerade dieses System auf der Consumer Electronic Show vorzustellen. Darüber hinaus zeigt Mercedes-Benz in Las Vegas die Showcars Concept EQA, smart vision EQ fortwo und den beliebten Mercedes-AMG Project ONE, der ebenfalls ein Publikumsmagnet sein dürfte.

CES 2018: Mercedes-Benz hat mehrere Publikumsmagneten am Start!

CES 2018: Mercedes-Benz hat mehrere Publikumsmagneten am Start!

Rinspeed SNAP – ein interessantes Konzept

Geht es nach Rinspeed, dann sind selbstfahrende Autos diejenigen, die Verkehrsprobleme in städtischen Gebieten lösen werden. Genau zu diesem Zweck gibt es nun ein neues Konzept, welches Hardware und Software trennt. In dem Fahrwerk sind alle wichtigen Komponenten verbaut, die Karosserie könnte dann auch andersweitig genutzt werden. Der Rinspeed SNAP ist definitiv anders, ob er auch zukunftsweisend ist, werden wir sehen.

CES 2018: Rinspeed trennt Karosserie von intelligentem Fahrwerk!

CES 2018: Rinspeed trennt Karosserie von intelligentem Fahrwerk!

Honda bringt Roboter mit zur CES 2018

CES 2018: Freundliche Roboter-Helfer bei Honda!

CES 2018: Freundliche Roboter-Helfer bei Honda!

Honda wird auf der CES 2018 sein neues 3E Robotik-Konzept vorstellen. 3E steht für Empower, Experience, Empathy und eine Reihe von Technologiekonzepten, welche entwickelt wurden, um vor allem das Leben der Menschen und die Mobilität zu verbessern.

Honda arbeitet an der Vision, dass in der Zukunft die Robotik und vor allem die die künstliche Intelligenz die Menschen in vielen Situationen unterstützen können. Ganz nebenbei präsentiert Honda auch noch einen tragbaren, austauschbaren Akku für Elektrofahrzeuge und weitere Ladesysteme. Auch hier können wir gespannt sein was die Zukunft bringt. Denn auch wenn es mehr Steckdosen als Tankstellen gibt, muss sich in Sachen Ladeinfrastruktur noch einiges tun.

CES 2018: Neben Roboter zeigt Honda auch neue Akkus!

CES 2018: Neben Roboter zeigt Honda auch neue Akkus!

The post CES 2018 Vorschau! Das zeigen die Automobil-Hersteller und Zulieferer appeared first on R+V24 Magazin.

2018 Mercedes-Benz CLS – Erstkontakt

Alle Jahre wieder: Was so schön zur Vorweihnachtszeit passt, darf sich auch das neue Modell aus Stuttgart gefallen lassen. Der neue Mercedes-Benz CLS ist da und zeigt die unnachahmliche Verbindung eines Coupés mit den Vorzügen einer viertürigen Limousine. Doch der Stuttgarter ist nicht einfach nur irgendein neues Modell, sondern eine Art Vorreiter für Mercedes, da mit ihm eine neue Design-Sprache eingeführt werden soll. Klare Formen und reduzierte Linien spielen die Hauptrolle und werden vom nach unten öffnenden Grill, einer nach vorn ansteigenden Front und breiten, niedrigen Scheinwerfer ergänzt. Spotlight on für den neuen Mercedes-Benz CLS, der sich optisch wieder etwas an die erste Generation anlehnt.

Mercedes-Benz CLS, 2017, Edition 1 designo selenitgrau magno, Leder Nappa Schwarz Mercedes-Benz CLS, 2017, Edition 1 designo selenite grey magno, black nappa leather

2018 Mercedes-Benz CLS Design Check

Weniger ist mehr – eine Weisheit, die gerade beim Mercedes-Benz CLS und seiner schnörkellosen Linienführung zu zeitloser Eleganz führt. Das lässt sich auch über die erste Generation sagen, die vor gut 14 Jahren ein neues Segment begründete. Die Design-Ikone, trotz zahlreicher Nachahmer, ist und bleibt dennoch allein der Mercedes-Benz CLS. Seine einzigartigen Merkmale, wie die flachen Seitenscheiben, das geduckte Greenhouse sowie die gestreckte Proportionen zeigen die „Sinnliche Klarheit“, die die Mercedes-Designsprache symbolisiert und wieder einmal treffsicher interpretiert wurde. Das neue Design mit seiner Reduzierung der Sicken und Kanten hat aber nicht nur optische, sondern auch aerodynamische Vorteile. So liegt der Cw-Wert bei niedrigen 0,26.

Betrachtet man zunächst die Front des 2018 Mercedes-Benz CLS, fallen sofort die markanten Details ins Auge. Da wäre etwa der Diamantgrill mit einer Lamelle oder die Grill-Silhouette, die sich nach unten hin öffnet und an den Panamericana-Grill des Sportwagens Mercedes-AMG GT erinnert. Zudem verleihen die sehr flachen und breiten Scheinwerfer zusammen mit der hochbauenden Front eine so genannte „Sharknose“.

Mercedes-Benz CLS Fotogalerie

+ 5

2018 Mercedes-Benz CLS Motoren Check

Schaut man unter die Haube, wird man erkennen, dass der Mercedes-Benz CLS nicht nur von außen kraftvoll auftritt, sondern diesen Eindruck auch motorenseitig zu bestätigen vermag. Zum Zuge kommt eine komplett neue Motorenpalette, die drei Sechszylinder zum Marktstart bereithält. Den Einstieg macht man mit dem CLS 350 d 4MATIC, der 210 kW/286 PS und bullige 600 Nm an maximalem Drehmoment parat hält. Während sich der Verbrauch mit 5,6 Litern im Drittelmix in Grenzen hält, darf die Beschleunigung auf 100 km/h mit 5,7 Sekunden als sportlich gelten. Nochmals mehr Power bietet der Mercedes-Benz CLS 400 d 4MATIC, der 250kW/340 PS leistet. Und auch beim Drehmoment legt dieser Sechszylinder 100 Nm auf das Basisaggregat drauf, verkneift sich gegenüber diesem aber einen Mehrverbrauch. Dafür sprintet der CLS 400 d in glatten fünf Sekunden auf Landstraßentempo.

Die zunächst sportlichste Variante des Mercedes-Benz CLS wird der CLS 450 4MATIC sein. Neben seinen beiden Diesel-Brüdern bietet auch er Allradantrieb. Für eine satte Leistungsausbeute und ökonomische Zurückhaltung sorgt die Verbindung eines Reihensechszylinders mit einem EQ Boost, also einem integrierten E-Motor. Jener unterstützt den Verbrenner und legt auf dessen 270 kW/367 PS nochmals 16kW/22 PS drauf. So soll sich ein Durchschnittsverbrauch von gerade einmal 7,5 Litern auf 100 km ermöglichen lassen. Wer es aber lieber krachen lassen möchte, kann diesen Mercedes-Benz CLS in 4,8 Sekunden auf 100 km/h schießen.

Mercedes-Benz CLS (C257) Tech Check

Nun, fahren kann man den neuen Mercedes-Benz CLS noch nicht. Man kann aber zeigen, was das Fahren noch angenehmer macht. Da wäre etwa die serienmäßige Ausstattung mit Technologien der jüngsten Fahrassistenzsystem-Generation: Serienmäßig verfügt der CLS über einen aktiven Bremsassistenten, einen Spurhalte- und Aufmerksamkeitsassistenten sowie über einen Speedlimit-Assistenten und das Insassenschutzsystem PRE-SAFE. Gegen Aufpreis kann man ein Fahrassistenz-Paket ordern, das beispielsweise einen Ausweich-Lenkassistenten bietet, der Geschwindigkeiten vor Kurven anpasst.

Daneben hat man die Wahl zwischen drei Fahrwerken. Serienmäßig arbeitet eine Stahlfederung, die auf eine Vierlenker-Vorder- sowie auf eine Fünflenker-Hinterachse trifft. Optional kann man die optionale Dynamik Body Control wählen, die beispielsweise eine sportliche Abstimmung ermöglicht und die Verstelldämpfung kontinuierlich anpasst. Hier stehen die Fahrprogramme Sport, Sport+ und Comfort bereit. Daneben kann man noch zum Luftfahrwerk AIR BODY CONROL greifen, das regelbare und adaptive Dämpfer bietet.

Mercedes-Benz CLS Innenraum Check

Mercedes-Benz CLS, 2017, Edition 1 designo selenitgrau magno, Leder Nappa Schwarz Mercedes-Benz CLS, 2017, Edition 1 designo selenite grey magno, black nappa leather

Der Mercedes-Benz CLS ist nicht nur ein Automobil der gehobenen Mittelklasse, sondern verkörpert auch Luxus pur. So gewährt die klare Grundform, die vom Exterieur inspiriert wurde, viel Platz im Innenraum. Zudem fährt die dritte Generation erstmals mit fünf Sitzplätzen vor. Für ein besonders gemütliches Feeling beim Fahren sorgt überdies die Ambiente-Beleuchtung in 64 Farben, die auch die Luftausströmer illuminiert, die an Flugzeugturbinen angelehnte sind. Je nach Einstellung der Temperatur wechselt die Lichtfarbe von einem warmen zu einem kühleren Farbton.

Mercedes-Benz CLS, 2017, Edition 1 designo selenitgrau magno, Leder Nappa Schwarz Mercedes-Benz CLS, 2017, Edition 1 designo selenite grey magno, black nappa leather

Natürlich startet der Mercedes-Benz CLS nicht nur mit neuem Außendesign, sondern auch mit einem neuen Cockpit. Hier warten zwei 12,3 Zoll große Displays auf die Insassen, die durch ein gemeinsames, durchgängiges Deckglas miteinander Verbunden werden. Zudem befindet sich ein volldigitales Cockpit hinter dem Volant, das frei konfigurierbar ausgelegt ist.

Was wäre aber all die Technik, ohne hohen Komfort? Damit dieser zur vollsten Zufriedenheit der Passagiere ausfällt, bietet Mercedes die ENERGIZING Komfortsteuerung an, die verschiedene Komfortsysteme miteinander vernetzt. So etwa die Klimaanlage inklusive der Beduftungsfunktion mit den Sitzen mitsamt der Heizung, Belüftung und Massage. Zudem werden die Flächen- und Lenkradheizung sowie die Licht- und Musikstimmung mit eingebunden, sodass – je nach Stimmung und Bedürfnis – ein echtes Wellness-Programm im Mercedes-Benz CLS vollführt werden kann.

Mercedes-Benz CLS, 2017, Edition 1 designo selenitgrau magno, Leder Nappa Schwarz Mercedes-Benz CLS, 2017, Edition 1 designo selenite grey magno, black nappa leather

Mercedes-Benz CLS Zielgruppencheck und Fazit

Der neue Mercedes-Benz CLS gilt als Vorreiter für die Stuttgarter Traditionsmarke mit dem Stern. Entsprechend darf man viele Elemente für die kommende A-Klasse und die Mercedes-Benz S-Klasse ableiten. Doch der CSL möchte mehr sein, als nur ein Vorbote. Das Coupé glänzt mit seinem sauberen Design, der vollen Ausstattung an moderner Technik und effizienten Antrieben. Wem eine E-Klasse also zu bieder erscheint, der dürfte mit dem neune Mercedes-Benz CLS glücklich werden. Immerhin bietet der CLS nun auch fünf Sitzplätze, Halleluja!

The post 2018 Mercedes-Benz CLS – Erstkontakt appeared first on R+V24 Magazin.

Audi A4 Avant g-tron – Drive Check

Einfach mal so richtig Gas geben – in kaum einem Auto geht das besser, als im Audi A4 Avant g-tron. Oha, das werden wohl fünf Euro für das Phrasen-Schwein. Nun, so sei es. Doch falsch ist die Aussage bei Weitem nicht, immerhin fährt der Audi A4 Avant g-tron mit Erdgas. Und je mehr man das „Gas“-Pedal zu Boden drückt, desto mehr Gas… Wie dem auch sei. Was der Erdgas-betriebene Audi auf und vor allem im Kasten hat, zeigt der Drive Check.

Audi A4 g-tron Fahrbericht

Audi A4 g-tron Fahrbericht

Audi A4 Avant g-tron Design Check

Er sieht nicht nur aus wie ein ganz gewöhnlicher Audi A4 Avant – er ist es auch. Das mag einem gefallen oder nicht, aber es ist eine Wohltat, dass ein alternativer Antrieb ein Serienfahrzeug nicht zu einer Art Ufo oder generell zu etwas gezwungen „Besonderem“ macht. Und so steht er schlicht und hochwertig da, wie man es von jedem Audi kennt und mittlerweile erwartet.

Also keine Abstriche beim Design. Nein, vielmehr ein Plus, da der Audi A4 als Avant – also als Kombi – vorfährt. Dies ist die einzige Variante, einen g tron in der A4-Baureihe zu fahren. Und das ist auch gut so, denn nicht erst seit gestern weiß man, dass die schöneren Audis einfach auf den Namen Avant hören. Das ist beim Audi A4 Avant g-tron natürlich nicht anders.

Und so schaut die Erdgas-Variante aus grimmig angespitzten Xenon-Scheinwerfern auf die Straße, LED-Scheinwerfer gehen extra. Hinzu kommt der großflächige und selbstbewusste Kühlergrill, das Markenzeichen schlechthin neben den vier Ringen. Allerdings ist die Front oberhalb des Grills ein wenig schräg gestellt, was einem gefallen muss. Hier wird aber sicherlich der Fußgängerschutz Einhalt geboten haben.

Wie dem auch sei, zeigt sich der Audi A4 Avant g-tron lang und gestreckt, wirkt leichtfüßig. Verantwortlich dafür dürfte zum einen die seitliche Sicke sein, die von den Frontscheinwerfen bis zum Heck reicht. Zum anderen machen das knappe Greenhouse und die Coupé-haft abfallende Dachlinie aus dem A4 Avant einen Dynamiker. Am Heck wirft der Ingolstädter hingegen eine Frage auf: Warum sind LED-Rückleuchten nicht bei allen A4-Modellen serienmäßig? Zumal vorne bereits gute Xenon-Leuchten verbaut sind. So wirkt das Heck, in Bezug auf die Rückleuchten etwas altbacken. Mit LED-Technik glänzt dieser Eindruck aber mit Abwesenheit. Ansonsten gibt sich der Audi A4 Avant g-tron unauffällig: Ein kleiner Dachspoiler hier, zwei Endrohre dort – dynamisch aber unaufdringlich.

Audi A4 g-tron Alltagstest

Audi A4 g-tron Alltagstest

Audi A4 Avant g-tron Motoren Check

Als Antrieb steht ein Reihen-Vierzylinder-Ottomotor bereit. Ottomotor? Ganz recht! Das Aggregat ist eine Art Hybrid aus Benziner und Erdgas-Variante. Dank Abgasturbolader holt der 2.0 Liter Direkteinspritzer 125 kW/170 PS aus seinen vier Brennräumen. Sein maximales Drehmoment ist mit 270 Nm bei 1.650 U/min angegeben, das bis 4.400 U/min anhält.

Bei den angetriebenen Rädern kann man leider nicht wählen, der Audi A4 Avant g-tron treibt ausschließlich die Vorderräder an. Die Wahl hat man aber beim Getriebe: Entweder man entscheidet sich für eine satt rastende 6-Gang-Handschaltung oder überlässt die Arbeit alternativ einem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe.

Audi A4 g-tron - CNG

Audi A4 g-tron – CNG

Trotz seiner vier Gastanks mit 19 kg Fassungsvermögen und des Benzintanks mit 25 Litern Volumen gibt sich der Audi A4 Avant g-tron angemessen leicht. So soll der Ingolstädter in 8,5 Sekunden auf 100 km/h sprinten und maximal 223 km/h schnell sein. Nutzt man das Potential des Aggregats häufig aus, wird man den Normverbrauch von 4,3–4,1 kg/100 km im CNG-Betrieb bzw. 6,5–6,1 l/100 km im Benzinbetrieb nicht erreichen. Im Schnitt stellen sich aber gute 5,3 kg Erdgas je gefahrenen 100 km ein. Und sollte man einmal zu viel Gas gegeben haben – so viel, dass man den Audi A4 Avant g-tron leergefahren hat – springt einfach der Benzinvorrat ein.

Audi A4 Avant g-tron Innenraum Check

Der Audi A4 Avant g-tron ist ein A4, wie jeder andere auch. Vier Erwachsene reisen hier kommod, jedoch nicht ausschweifend. Jedoch sollte man sich gut überlegen, was man mit dem Reisegepäck von vier Personen anstellt, schließlich wurde der Laderaumboden um 3,5 Zentimeter angehoben, um die Tanks arrangieren zu können. Die Ausbeute: 415 bis 1.415 Liter. Ein A4, der auf die CNG-Alternative verzichtet, bietet 505 bis 1.510 Liter.

+ 5

Schaut man genauer hin, wird man aber erkennen, dass es im Innenraum sehr wohl Unterschiede zu den monovalenten A4 gibt. So wurden beide Betriebsmöglichkeiten in das Interieur und die Bediensysteme integriert. Das zeigt sich etwa an zwei Tankuhren oder der Integration der jeweiligen Reichweite in das Fahrer-Informationsdisplay. Dass auch der Audi A4 Avant g-tron über jeden Zweifel, betreffend seiner Verarbeitung und Materialqualität, erhaben ist, steht außer Frage.

Audi A4 Avant g-tron Fahreindruck Check

CNG tanken ist gar nicht schwer!

CNG tanken ist gar nicht schwer!

Der Audi A4 Avant präsentiert sich als alltagstaugliches Familien-Fahrzeug bzw. als Allzweck-Kombi. Durch den bivalenten Antrieb sichert er die Fortbewegung, selbst wenn keine CNG-Tankstelle in der Nähe ist. Der CNG-Betankungsvorgang dauert nur minimal länger als an einer normalen Zapfsäule und während der Fahrt merkt man keinen Unterschied, ob man nun mit Gas oder mit Benzin fährt. Das Fahrzeug ist im Innenraum angenehm leise, die Fahrwerte sind überzeugend und ich könnte mir durchaus vorstellen auch längere Strecken mit dem Audi A4 Avant g-tron zu fahren. Dann müsste ich allerdings häufiger anhalten müssen, denn der Tankinhalt ist da etwas zu klein, man findet halt immer irgendetwas zu meckern.

Audi A4 g-tron - der bivalente Avant!

Audi A4 g-tron – der bivalente Avant!

Apropo anhalten: Augen auf beim CNG-Kauf! Die Preise können sich da unterscheiden und liegen derzeitig zwischen etwas über einem Euro und 1,30, je nach Tankstelle.

Audi A4 Avant g-tron Preis Check

Man muss ihn sich leisten wollen, den Audi A4 Avant g-tron. 40.300 Euro kommen mindestens auf die Interessenten zu. Ein 20 PS stärkerer Audi A4 Avant, ebenfalls mit 2.0 Litern Hubraum, kostet etwa 38.100 Euro und bietet die besseren Fahrleistungen. Allerdings ist der Audi A4 Avant g-tron bereit serienmäßig gut ausgestattet, sodass zum individuellen Glück eigentlich nur eine Metallic-Lackierung fehlt. Und so sind 17-Zoll-Leichtmetallräder ebenso in jedem A4 g-tron enthalten, wie eine Reifendruck-Kontrolle, die Xenon plus Scheinwerfer, Licht- und Regensensor, eine silberne Dachreling, ein Multifunktionslenkrad, eine Klimaautomatik oder sogar eine Bluetooth Schnittstelle. Natürlich kann man den Audi A4 Avant g-tron mit allerhand Extras bestücken, die den Grundpreis aber nochmals empfindlich in die Höhe treiben.

Xenon-Scheinwerfer im Audi A4 Avant g-tron!

Xenon-Scheinwerfer im Audi A4 Avant g-tron!

Audi A4 Avant g-tron Zielgruppencheck und Fazit

Die Auswahl an Erdgas-Tankstellen ist leider arg begrenzt. 3.500 Tankstellen sind des europaweit und das ist nicht viel. Entsprechend muss man diesen Antrieb wirklich wollen, um die angenehmen Preise von Erdgas nutzen zu können. Zumal der Verbrauch mit 5,3 kg je 100 km in einem sehr überschaubaren Rahmen bleibt. Wir haben im Durchschnitt 5,9 kg verbraucht. Andererseits ist sparen wohl nicht das primäre Ziel, soll es ein Audi A4 Avant g-tron werden, da der Grundpreis von über 40.000 abschreckt.

Das Fahrzeug weiß wo CNG Tankstellen stehen!

Das Fahrzeug weiß wo CNG Tankstellen stehen!

Andererseits schlagen zwei Herzen in der Brust dieses Kombis: Zum einen das Erdgas-betriebene und zum anderen das pure Benziner-Herz. Sollte die Erdgasladung einmal nicht reichen oder die nächste Gas-Tankstelle zu weit entfernt sein, bleibt man nicht sofort liegen – das ist durchaus praktisch. Der kleine Kofferraum schränkt die Nutzbarkeit für Familien mit einem erhöhten Platzbedarf hingegen etwas ein. Und so bleibt der Audi A4 Avant g-tron wohl ein Fall für Paare, die die Rückbank umklappen, den Style-Faktor des Exterieurs genießen und mal etwas anders machen wollen, was den Antrieb anbelangt. Einbußen bei der Innenraumqualität kommen aber nicht infrage. Dann passt der Audi A4 Avant g-tron bestens.

The post Audi A4 Avant g-tron – Drive Check appeared first on R+V24 Magazin.

Der Honda Civic 1.5 VTEC Turbo im Drivecheck

Auf sage und schreibe zehn Generation Honda Civic kann die japanische Traditionsmarke mittlerweile zurückblicken. Zehn Generationen, in denen Honda Erfahrungen mit dem Kompaktwagen-Markt sammeln konnte und festgestellt hat, dass man auch mal einen anderen Weg, als den konventionellen einschlagen kann. Seit der achten Generation des Honda Civic brachen die Japaner mit der Langeweile und setzen seither auf ungewöhnliche Formen. Auch die aktuelle, zehnte Generation gibt sich ungewöhnlich. Fährt der japanische Kompakte mit dem neuen 1.5 Liter VTEC Turbo-Benziner auch so?

Honda Civic Design Check

Beim Design hat sich Honda entschieden, einen eher ungewöhnlichen Weg zu gehen. Die zehnte Generation, die zum ersten Mal auf dem New Yorker Autosalon 2015 gezeigt wurde, polarisiert wie kaum ein zweiter Kompakter. Grund dafür ist vor allem die Abkehr vom klassischen Steilheck, das in der Kompaktklasse stark verankert ist. Stattdessen setzt der Honda Civic lieber auf eine Limousinen-artige Bauform und langgestreckte Proportionen. Und der Schein trügt nicht: Der Japaner ist mit knapp 4,52 Metern stolze 27 Zentimeter länger, als der Klassenprimus – der Volkswagen Golf VII. Damit verlässt der Civic nahezu das Kompaktklasse-Format, möchte formal aber dennoch dazu gehören.

An der Front erwartet den Betrachter eine angespitzt-grimmige Nase mit zwei Augen, die angriffslustiger kaum sein könnten. Einzige Steigerungsform, die vorstellbar aber nicht StVO-konform wäre, wären Frontscheinwerfer in feurigem Rot. Dabei ist Strahlen das Stichwort: Der zum Test angetretene Honda Civic fuhr mit Voll-LED-Scheinwerfern vor, die nicht nur die Nacht zum Tag machen, sondern den diabolischen Blick nochmals nachschärfen. Eingerahmt von einem schwarz-hochglänzenden Kühlergrill, kann selbst die unschuldig-weiße Lackierung der restlichen Karosserie nicht von der Aggressivität der Front ablenken. Mit Verlaub: Einfach geil!

Honda Civic Fotos Exterieur

+ 5

Noch ganz verzückt von der ausdrucksstarken Front des Honda Civic enttäuscht die Seitenlinie hingegen ein wenig. Die schiere Größe des Autos wirkt harmonisierend, nimmt viel von der Spannung. Da hilft auch die stark ansteigende, untere Sicke wenig. Spannend ist hingegen, dass die werksseitig montierten 17-Zoll-Leichtmetallfelgen in ihrem Bi-Color-Look mindestens eine Nummer größer wirken – das kann so bleiben. Das sanft abfallende Heck hingegen trifft – besonders mit seiner zweifachen Bespoilerung – nicht jeden Geschmack.

Zum einen sitzt ein kleiner Spoiler am Übergang des Dachs ins Fließheck und erinnert an die 1990er, in denen jede Möglichkeit für ein Anbauteil genutzt wurde. Der zweite Spoiler stellt sich in Form einer ins Heck integrierten Abrisskante dar, die die Heckscheibe ungünstig in zwei Teil aufbricht. Überhaupt passiert viel am Heck: Neben den C-förmigen, ausladenden Rückleuchten und dem durchgezogenen Leuchtenband, wartet eine ausladende Heckschürze darauf, die Blicke auf sich zu ziehen. Das gelingt besonders durch den mittigen Doppelrohr-Auspuff gut.

Honda Civic Design

Honda Civic Design

Honda Civic Motoren Check

Als Triebwerk stand ein 1.5 Liter großer Vierzylinder mit Turbolader und der berühmt berüchtigten, variablen Ventilsteuerung VTEC bereit. Das Aggregat generiert stramme 134 kW/182 PS bei 5.500 Umdrehungen in der Minute und stellt sein maximales Drehmoment in einem sehr breiten Plateau bereit. 240 Nm liegen stets zwischen 1.900 und 5.000 Umdrehungen an – beeindruckend! Laut Hersteller soll sich der Civic mit durchschnittlich 5,8 Litern begnügen, zum tatsächlichen Verbrauch aber später mehr. Schließlich zählen bei diesem, bereits in der Papierform sportlichen Aggregat eher die Fahrleistungen. Und diese können sich sehen lassen: Auf 100 km/h vergehen 8,2 Sekunden, maximal sind bis zu 220 km/h drin. Zur Kraftübertragung dient entweder ein schön knackig zu schaltendes Sechsgang-Handschaltgetriebe oder eine CVT-Automatik. Der Vorzug ist klar der klassischen Schaltung zu geben.

Honda Civic 1.5 Benziner

Honda Civic 1.5 Benziner

Neben dem kräftigen 1.5 Liter Benziner steht noch ein 1.0 Liter Dreizylinder bereit, der dieselbe Getriebewahl zulässt, wie sein stärkerer Bruder. Das Einstiegsaggregat entwickelt 95 kW/129 PS und immer noch stolze 200 Nm. Zur Erinnerung: Es geht hier um einen Dreizylinder-Benziner mit 998 ccm Hubraum! Daraus soll ein Werksverbrauch von kombinierten 4,8 Litern resultieren, während die Fahrleistungen mit 10,4 Sekunden für den Standard-Sprint und 204 km/h Topspeed angegeben sind. Ein Diesel? Aktuell nicht vorgesehen.

Honda Civic Innenraum Check

Der Honda Civic ist nicht nur von außen eine Art Raumschiff, sondern auch von innen. Man fühlt sich direkt wie der Commander eines futuristischen Space-Shuttles, was der Ausstattung mit verschiedenen Displays zu verdanken ist. So blickt man auf digitale Instrumente, die sich – im Gegensatz zu den beiden Vorgänger-Generationen – auf Anhieb gut ablesen lassen. Schade nur, dass sie nicht individualisierbar sind und etwa die Navigationskarte anzeigen können. Die Individualität beschränkt sich hier auf das Ändern der Hintergrundfarbe sowie die Auswahl des Bordcomputers. Dennoch, die Ablesbarkeit passt wieder!

Honda Civic Design Innenraum

Honda Civic Design Innenraum

Das Bedienkonzept des Navigationssystems zeigt sich ebenfalls recht stimmig, wenn auch nicht in allen Punkten. Grundsätzlich kann man schnell mit der Menüstruktur zurechtkommen, nur stört die Abwesenheit eines Drehreglers für die Lautstärke. Störend außerdem: Der ständige Bestätigungszwang der Botschaft, dass man das Infotainment nur bedienen dürfe, wenn es die Verkehrslage zulasse. Danke Mutti!

Angenehm und dem sportlichen Anspruch entsprechend zeigt sich hingegen die Sitzposition hinter dem Lenkrad. Alles lässt sich optimal einstellen, sodass man schön tief in den gut gepolsterten Sitzen platznimmt. In Reihe zwei steht ebenfalls genügen Raum zur Verfügung, um es zu zweit über längere Strecken auszuhalten. Zumal man sich mit dem Gepäck nicht unbedingt beschieden muss: 420 Liter Basisvolumen sind ein echtes Wort! Maximal sind es 1.209 Liter. Skurril: Die Gepäckraumabdeckung in Form eines Rollos, das seitlich betätigt wird und sowohl links-, wie auch rechtseitig in der Gepäckraumwand verankert werden kann. Fummelig ist diese Lösung obendrein. Dass die Rundumsicht konzeptbedingt nachteilig ausfällt dürfte hingegen nicht verwundern. Angenehmerweise gibt es dafür eine Rückfahrkamera.

Honda Civic Kofferraum

Honda Civic Kofferraum

Honda Civic Fahreindruck Check

Um das Motorenkapitel wieder aufzugreifen: 5,8 Liter Durchschnittsverbrauch mögen vielleicht bei absoluter Schleichfahrt möglich sein, aber dafür ist der Honda Civic einfach nicht gemacht. Zu sehr kitzelt es im rechten Fuß, das Gaspedal bis ins Bodenblech zu drücken. Zu sehr fordert die rechte Hand ihr Recht auf zügig-knackige Gangwechsel. Zu sehr fordert der Vierzylinder nach mehr, mehr, mehr. Und so kam es, dass der Honda Civic stets zügig bewegt wurde. Dennoch verkniff er sich Saufgelage: Im Stadtbetrieb standen rund sieben Liter Durchschnittverbrauch im Bordcomputer, während bei schnellen Autobahnetappen beschauliche 8,4 Liter auf 100 km verbrannt wurden. Und die Rede ist hierbei von Tempi zwischen 170 km/h und open End… Wirklich störend ist nur der kleine Tank mit seinen 46 Litern.

Honda Civic Design Cockpit

Honda Civic Design Cockpit

Es ist also an dieser Stelle bereits klar, dass der Honda Civic ein sportlicher Zeitgenosse ist – und schon immer war. Entsprechend zielgenau und gefühlvoll gibt sich die Lenkung, die viel Freude beim Sezieren von Landstraßenpartien bereitet. Wäre da nicht das Fahrwerk mit seinem adaptiven Dämpfersystem. Im Stadt- und Überlandbetrieb geht der Normal-Modus in Ordnung, zeigt er nur dann und wann Nachwipp-Tendenzen. Schaltet man auf Sport, knallen einem Kanaldeckel und Frostaufbrüche schonungslos in den Rücken und auf die Nerven. Alles akzeptabel, da man noch die Wahl hat. Auf der Autobahn kann man seine Rechte aber gleich auf dem Schalter für die Fahrwerksregelung belassen, da man wahllos hin- und herschaltet. Die Tendenz zum Nachwippen- und schaukeln verstärkt sich im Komfortmodus linear zum ansteigenden Tempo. Wählt man den Sportmodus, wippt der Honda Civic zwar nicht nach, doch hoppelt er über die scheinbar ebene Fahrbahn, wie man es von extrem tiefergelegten Fahrzeugen kennt. Irgendwann resigniert man schließlich und wählt eine der beiden Abstufungen.

Honda Civic Preis Check

Wer sich in die aufregende Optik des Honda Civic verliebt hat, kann den 1.0 VTEC Turbo bereits ab 19.990 Euro bestellen. Einzig eine Klimaanlage fehlt hier. Dafür ist eine ganze Armada an Assistenzsystemen serienmäßig an Bord. Von der Verkehrszeichenerkennung, über einen Spurhalteassistenten, einen Kollisionswarner, Lichtsensor, Tempomaten mit Abstandsregelung sowie einen Fernlichtassistenten ist alles dabei – erstaunlich. Stattet man einen Golf so aus, dass er auf Augenhöhe rangiert, muss man tiefer in die Tasche greifen.

Honda Civic Innenraum

Honda Civic Innenraum

Der 1.5 VTEC Turbo hingegen kostet mindestens 27.960 Euro, ist dafür aber nahezu vollausgestattet. Die Sport-Ausstattung hält sowohl 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung, eine Einparkhilfe rundum, das 7-Zoll-Infotainment-System, inklusive Navigation, Android Auto, Apple CarPlay, eine Klimaautomatik, Rückfahrkamera und Voll-LED-Scheinwerfer bereit. Und damit wären nur einige Annehmlichkeiten einer langen Liste an serienmäßigen Extras genannt. Hier wird der Honda Civic dem Ruf eines japanischen Fahrzeugs absolut gerecht.

Honda Civic Zielgruppencheck und Fazit

Der Honda Civic macht so vieles richtig, verlangt an einigen Stellen aber auch viel von seinen Passagieren. So macht sein Antrieb unfassbar viel Spaß, begeistert mit seiner Turbo-untypischen Drehfreude und den guten Fahrleistungen. Zumal der Verbrauch vollkommen im Rahmen bleibt, betrachtet man das sportliche Potential. Andererseits enttäuscht das adaptive Fahrwerk, das in der Sport-Ausstattung nicht, dafür in der Sport Plus-Ausstattung enthalten ist. Hier heißt es also clever zu sein bei der Wahl. Wer sich für die Basis entscheidet, sollte zudem wissen, dass man eine Klimaanlage weder für Geld noch für warme Worte bekommt. Man muss schon zur nächsthöheren Ausstattung „Comfort“ greifen.

Push the button - Honda Civic!

Push the button – Honda Civic!

Und auch die ein oder andere Eigenheit im Alltagsnutzen, die der Form geschuldet ist, kann etwas aufstoßen. Allerdings werden sich nur Konformisten an den Ecken und Kanten des Honda Civic stoßen, die eine eierlegende Wollmilchsau suchen, die kaum Charakter bietet. Jenen bietet der Civic hingegen zu Genüge.

The post Der Honda Civic 1.5 VTEC Turbo im Drivecheck appeared first on R+V24 Magazin.